Verwirrendes Toronto

Als wir nach Bus- und Zugfahrt in Toronto angekommen sind, wollten wir nur eines: so schnell wie möglich in die Ferienwohnung. Das war allerdings gar nicht so einfach, weil das System der öffentlichen Verkehrsmittel für Aussenstehende anfangs nur schwer durchschaubar ist. Auf den Karten sind keine einzelnen Haltestellen eingezeichnet und an den Haltestellen ist kein Schild, das anzeigt, welche Linien bedient werden. Da Toronto – wie viele nordamerikanische Städte – in einem Gittermuster angelegt ist, findet man sich nach einigen Tagen aber dennoch schnell zurecht.

Spaziergang mit Cyndy


An unserem ersten Tag zeigte und Cyndy den Finanzdistrikt und die Hafenpromenade. Cyndy ist Teil des «Global Greeter»-Netzwerks, einer Organisation, die Touristen einen Einheimischen «vermittelt», der ihnen seine Stadt zeigt und dabei weniger Fokus auf grosse Touristenattraktionen legt als auf das, was die Stadt für ihn persönlich ausmacht. «Global Greeter» gibt es in vielen grossen Städten und sie sind eine interessante Alternative zu klassischen Touren, da sie viel persönlicher sind und einen auch mal in Gegenden einer Stadt führt, die man alleine vielleicht nicht besucht hätte.

 

 

 

Das Aga Khan Museum

Nach der Tour mit Cyndy waren wir erstmal ziemlich kaputt, weswegen wir uns in einen Bus stadtauswärts gesetzt haben und zum Aga Khan Museum für islamische Kunst und Kultur gefahren sind. Der Eintritt war an diesem Tag kostenlos, für die Sammlung lohnt es sich aber definitiv auch den regulären Preis zu zahlen. Im Untergeschoss werden unterschiedlichste Zeugnisse islamischer Kunst wie Töpfereien, Kleidung oder Ornamente für Gebäude gezeigt. Im Obergeschoss wird moderne Kunst ausgestellt, die mir mal wieder vorgeführt hat, dass mir dazu absolut der Zugang fehlt.

Die Canada National Exhibition (CNE)


Ganz auf meiner Wellenlänge war unser Besuch der Nationalausstellung Kanadas, im Endeffekt eine Art riesiger Rummel mit verschiedenen Hallen, in denen kanadische Produkte und Innovationen gezeigt werden. Ausserdem gab es verschiedene Shows, eine Fressmeile, Sand- und Butterskulpturen, einen Streichelzoo (mit Alpacas – sooooo fluffig!), und vieles mehr.

Verköstigung und Unterhaltung

Im Distillery District, einem ehemaligen Industrieviertel, kann man heute durch kleine Kunst- und handwerksläden bummeln und sehr gut essen gehen. Wir hatten Glück und konnten einen Tisch bei El Catrin, einem hippen mexikanischen Restaurant, reservieren, wo wir uns durch ein 7-gängiges Menü gefuttert haben.


Etwas weniger gut war das Essen bei «Famous People Players», der Besuch war dennoch… eindrücklich? Ich weiss gar nicht so recht, wie man das Erlebnis beschreiben soll. Ich hatte Tickets für Abendessen und Show gebucht, weil die Bewertungen auf Tripadvisor ziemlich gut waren. Wir haben uns also eines Abends aufgemacht und standen nach einer recht langen Fahrt mit den ÖV mitten in einem Industriegebiet, das wahrlich nicht so aussah, als würde man dort ein Theater finden. Im Gebäude sassen wir dann etwas verdattert in einer Art zum Zirkuszelt umdekorierten Halle, wo wir von zwei Dutzend etwas eigensinnig wirkenden Kellnern bedient wurden. Das Essen war nicht schlecht, der Raum aber halb leer, das Dekor sehr speziell und keiner hat erklärt, wie eigentlich der Abend abläuft. Wir kamen nicht umhin uns zu fragen, wo wir hier eigentlich gelandet sind. Nach dem Hauptgang wurde es etwas klarer, als eine der Mitarbeitenden erklärte, dass die Kellner und Köche Menschen sind, die aufgrund einer geistigen Behinderung Schwierigkeiten haben, im normalen Arbeitsleben Fuss zu fassen – oh und: sie sind zusätzlich auch die Schauspieler des Theaters. Das stellte sich als fantastisch verrückte Schwarzlicht-Puppen-Show heraus, die man kaum in Worte fassen kann, aber absolut zu empfehlen ist. Hier ein kleiner Eindruck: https://youtu.be/V5OCedQymL0?t=5m34s.

Toronto Island

Wesentlich ruhiger geht es auf Toronto Island zu. Auf der Insel, die man durch eine kurze Fahrt mit der Fähre erreicht, kann man wunderbar spazieren gehen, Fahrrad fahren oder einfach am Strand liegen und sich vom Grossstadt-Trubel erholen.


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